Andere Gründer treffen, von ihren Erfahrungen lernen, neue Hilfsmittel für die eigene Arbeit kennenlernen. Hier sind elf Tools und Webseiten, die auf den großen Durchbruch hoffen.

Ein Monat New-York-Startup-Abenteuer ist vorüber und bei Firmenbesuchen unserer Uni, Kooperationen mit anderen Hochschulen und Inkubatoren bei Meetups in der Stadt werden wir mit anderen Ideen bombardiert. Einige davon sind schon recht weit, andere gerade in der Beta-Phase, so dass über den direkten Kontakt mit den Gründern vielleicht kostenlose Probe-Accounts möglich sind. Viel Vergnügen. (Die meisten dieser Start-ups waren im Inkubatoren-Programm von Matter und haben in den Präsentationen einen tollen Eindruck gemacht.)

beatroot (@beetrootco)
Für wen: Freiberufliche Journalisten, Medienhäuser und Webseiten mit Bedarf an Kennzahlen
Idee: Misst die Wirkung von Online-Artikeln: „Reichweite“, „Gespräch“ und „Auswirkungen“. Diese Klickzahlen, Social-Media-Debatten und sogar Offline-Debatten stellt Beetroot auf einer einzigen Oberfläche übersichtlich dar.
Sweet Spot: Sehr übersichtlich und damit auch im Festangestellten-Alltag gut implementierbar. Zeigt auch Debatten und Events an, die ein Artikel offline ausgelöst hat.

butler (@butlerapp)
Für wen: Betreiber von Webseiten, die einen User und seine Klickereien auf der Seite verfolgen wollen
Idee: Misst und stellt dar, wie sich ein Webseitenbesucher durch  eine Seite bewegt, um Kennzahlen für Auswerter ohne technischen Hintergrund leichter verständlich zu machen. Ein Shop-Betreiber könnte zum Beispiel herausfinden, wann ein User aus dem Bestellprozess aussteigt.
Sweet Spot: Gut verständliche Auswertung von Kennzahlen und deutliches Aufzeigen von Schwächen – für einen auf den ersten Blick recht hohen Preis in Sachen Datenschutz.

capti (@captinarrator)
Für wen: Nutzer, die viele Texte konsumieren, aber diese lieber vorgelesen bekommen wollen als sie zu lesen
Idee: capti ist eine App mit integriertem Browser und Dropbox-Integration, die Dokumente und Webseiten vorliest. Vorerst funktioniert das Ganze nur auf englisch und mit den kostenlos integrierten Stimmen etwas schwächer. Wer aber hörbuch-gestählt ist und sich eine der (günstigen) Zusatzstimmen kaufen mag, bekommt eine App mit Potential.
Sweet Spot: Viel-Text-User, die in der U-Bahn oder beim Joggen Lust auf vorgelesene Texte bekommen, kriegen eine Technik, die zwar immer noch ausgebaut werden kann, aber im Vergleich zu früher schon erstaunlich weit ist.

connu (@readconnu)
Für wen: Autoren und Leser von Kurzgeschichten
Idee: Connu ist eine App, die kuratierte Kurzgeschichten von noch unbekannten Autoren aufs Handy bringt – und inzwischen auf andere mobile und Web-Zugangsarten ausgeweitet wird. Geplant ist eine Pay-as-you-like-Paywall.
Sweet Spot: Die App schaut schick aus, die Idee kuratierter Geschichten ist ansprechend.

contextly (@contextly)
Für wen: Medienhäuser, die ihre „Verwandte Artikel“-Empfehlungen verbessern wollen
Idee: Statt der oft schlimmen Klickschinderei mit fiesen „50-Kilo-in-zwei-Wochen-abnehmen“-Artikeln verbessert contextly die „Verwandte Artikel“-Links unter den Stories mit einer schnell einbindbaren Mischung aus Algorithmus und redaktioneller Überarbeitung. Ziel: User länger auf der Seite behandeln.
Sweet Spot: Die Automatisierung von Empfehlungen spart Zeit und ihre qualitative Verbesserung ist dringend nötig.

creativeactionnetwork (@thecreativeact)
Für wen: Künstler, Designer, Kreative, die zu einem vorgegebenen Thema arbeiten und verkaufen wollen
Idee: Auf einer Plattform werden Kampagnenthemen vorgegeben, zu denen jeder kreativ arbeiten – zum Beispiel Grafiken und Plakate gestalten oder Skulpturen herstellen – kann. Die Arbeiten können geteilt, aber auch verkauft werden. Künstler erhalten dann 40 Prozent der Erlöse.
Sweet Spot: Sehr attraktiv für Kreative, die mit Privatprojekten ihr Portfolio erweitern und sogar etwas Geld verdienen wollen. Anders als bei Wettbewerben soll es keinen Gewinner geben, stattdessen wird der Schwerpunkt auf die Kampagnenthemen gelegt.

informerly (@informerly)
Für wen: Menschen mit Interesse für elektronischen Handel
Idee: Ein täglicher E-Mail-Newsletter mit den wichtigsten Stories zum Thema e-Commerce und Online-Handel. Kurz und gut kuratiert.
Sweet Spot: Die Geschichten sind sehr lesenswert und das Angebot hat dank möglicher Internationalisierung und Individualisierung Potential

made (@needmade)
Für wen: Kreative Freelancer auf der Suche nach neuen Auftraggebern
Idee: Kreative (derzeit nur Designer) hinterlegen bei made ihre Business-Profile und geben einige grundlegende Daten ein. Auftraggeber können nach den Spezifika suchen und bekommen dann mögliche Kreative angezeigt.
Sweet Spot: Kreative müssen sich nicht um einzelne Aufträge bewerben, Preistreiberei soll so unterdrückt werden.

narratively (@narrativelyNY)
Für wen: Leser von hübschen und ausführlichen Online-Reportagen
Idee: Unter einem wöchentlich wechselnden Überthema stellt narratively feine Geschichten mit hübschem tragenden Bild vor. Die Qualität der Texte ist oft gut, das Wochenformat überzeugend.
Sweet Spot: Die Geschichten sind oft so angenehm zeitlos, dass bereits jetzt ein schönes Archiv mit New-York-Schwerpunkt entstanden ist.

rebelmouse (@RebelMouse)
Für wen: Webseitenbetreiber und Medienhäuser, die Social-Media-Debatten zu ihren Themen kuratieren und schick darstellen wollen
Idee: Die Twitter-Wall wird dank Rebelmouse zur Social-Media-Wall für die eigene Webseite. Wer will, kann zuvor kuratieren und so bessere Beiträge noch prominenter featuren.
Sweet Spot: Die Kacheln sehen schick aus und das System bietet echten Mehrwert für Veranstaltungen, bei denen auf verschiedenen Plattformen diskutiert wird.

woopie (@makewoopie)
Für wen: Journalisten, Autoren, Unternehmen und Agenturen, die ihre Webseiteninhalte als e-Book auf verschiedenen Plattformen veröffentlichen wollen.
Idee: Woopie steht für „write only once, publish it everywhere“ und bietet eine Plattform, mit der Blogbetreiber eigene Inhalte einfach als e-Book für verschiedene Formate aufbereiten können, zum Beispiel für Kindle, iBook, etc. Derzeit ist der erste Monat kostenlos.
Sweet Spot: Sollte die Konvertierung wirklich einfach funktionieren (bisher kenne ich nur eine Präsentation), dann steckt Potential darin, Umformatierungen und ein neues Lektorat zu sparen.