Ein Satz aus den Wörthersee-Urlauben meiner Kindheit klingelt noch heute in meinem Ohr: „Jetzt gib’ doch nicht das ganze Taschengeld für Zeitungen aus.“ Mein zehnjähriges Ich hat das wenig geschert. Es kannte die Videotextseite für die Einschaltquoten vom Vortag ohnehin besser als die für das Kinderrätsel und fand die Aushilfe in Buchhandlung und Kino spannender als manche Schulstunde. Nun, vielleicht hätten meine Eltern und ich damals schon die Zeichen deuten können.

Heute arbeite ich als Journalist in New York, regelmäßig vor allem für die Deutsche Presse-Agentur, habe aber von hier auch Stücke für Spiegel Online oder das Magazin Fräulein geschrieben. Über neue Wege im Journalismus schreibe ich häufiger beim tollen Debattenportal carta.

Darüber hinaus habe ich im stets empfehlenswerten Wirtschaftsmagazin brand eins einige Dinge veröffentlichen dürfen, bin immer mal wieder für das Jugendmagazin yaez unterwegs und hatte durch die übliche Freien- und Praktikantentour unter anderem mit Zeit Online, der Stuttgarter Zeitung, dem SWR, dem Wissensradio Wilantis und dem Kirchenfernsehen zu tun.

Ein paar Schwerpunkte gibt’s auf jeden Fall – und Links folgen demnächst. Bis dahin weiß die Googlesuche noch mehr über mich.

Neue Geschäftsmodelle im Journalismus
Na, wer kann sie noch hören, die Debatte über die Zukunft des Journalismus? Ich schon – und genau deshalb bin ich ja auch für das „Entrepreneurial Journalism“-Programm hier in den USA. Neue Geschäftsmodelle, ein neues Verständnis von Journalismus, die finanzielle Seite der Medienhäuser: All das interessiert mich und ich schreibe auch darüber. Worin unterscheidet sich die US-Start-up-Szene in den Medien von der deutschen? Wie verdienen die Medienunternehmen hier ihr Geld? Und, mit etwas breiterem Fokus: Wieso haben es Sex-Tech-Start-ups (jipp, Bindestrichüberdosis, sorry) eigentlich so schwer? Über diese Themen spreche ich auch gerne 1:1 bei einem Kaffee oder in Seminaren.

Stars und andere Menschen
„Sie glauben doch wohl nicht, dass Stars langweilig sind?“ Das hat Sibylle Berg mal sinngemäß gefragt und tatsächlich haben viele Promis natürlich viel Spannendes zu erzählen. Noch interessanter wird’s aber, wenn Gesprächs- und Porträtpartner nicht über die tolle Stimmung im Aufnahmestudio oder die Aufregung bei der Premiere sprechen. Schön waren deshalb die Einsichten von Geigerin Anne-Sophie Mutter über Zeitmanagement oder von Lena Meyer-Landrut zur richtigen Berufswahl. Phil Collins hat über den unsinnigen Drang des Menschen nachgedacht, ausgerechnet den ärgsten Kritikern am meisten gefallen zu wollen. ISS-Astronaut Alexander Gerst hat mir erzählt, wie man gegen jede rechnerische Wahrscheinlichkeit an sich glaubt und Ballettstar Marcia Haydée hat mir zu Yoga geraten. Das kam aber nicht im fertigen Interview vor.

Andererseits ist es natürlich eine Binse, dass auch Menschen außerhalb des Rampenlichts dufte Geschichten erleben. Das Aufspüren der „Minus-Ossi“-Dame war wohl bisher das, was einem eigenen journalistischen Coup am Nächsten kam. Lange vor der Verhandlung fiel mir ihre Geschichte als Randnotiz im „Freitag“ auf, einige Monate später konnten wir für dpa das Thema groß erzählen, so dass viele andere Medien mitzogen. Schön waren aber auch die Geschichten von Manfred Schmidt, dem Gründer der Senior-Designer-Truppe um „Oma Schmidts Masche“. Beim Besuch des einzigen Astronauten Afghanistans in der Nähe von Stuttgart gab’s sogar eine Lektion fürs Leben. Auf die Frage, ob er ein Held sei oder nicht schaute er ernst und antwortete heldenhaft: „Ein echter Mann kann niemals selbst entscheiden, ob er ein Held ist oder nicht.“

Kultur
Besonders für die dpa darf ich in Stuttgart und Umgebung häufig zu Theater, Oper, Ballett und Konzerten. Verrisse und Lobhudeleien sind dabei nicht so meins. Viel gewonnen ist eher, wenn nach meinem Bericht der Leser selbst entscheiden kann, ob er den Abend gut oder schlecht finden würde. Versucht habe ich das zum Beispiel beim „Werther“ mit Jonas Kaufmann in der New Yorker Metropolitan Opera, beim Endzeit-„Parsifal“ von Calixto Bieito oder dem Lena-Tourauftakt in Stuttgart.

Politik und Alltag
Keine Frage: Besonders toll an der dpa-Arbeit sind die breite Themenvielfalt und die Orte, an die einen der Job bringen kann. Vor allem die US-Politik hat’s mir angetan und mich zur US-Wahl 2012 und zur Inauguration in die Vereinigten Staaten geführt. Anfang 2013 war ich zwei Monate als dpa-Korrespondent in Washington. Seit Januar 2014 bin ich in New York.